Fragen zur OB Wahl
1.Thema Jugend im öffentlichen Raum
Es fehlt jungen Menschen und Fachkräften in Potsdam an sicheren und öffentlichen Treffpunkten ohne Konsumzwang. Orte, an denen sie sich willkommen fühlen, ihre Freizeit selbstbestimmt gestalten und ihre Interessen sichtbar leben können.
- Wie werden Sie als OB konkret dafür sorgen, dass in Potsdam mehr dieser für die Jugendlichen attraktiven und gut erreichbaren Freiräume entstehen – und zwar dauerhaft?
Als Jugendliche/Jugendlicher hat man aktuelle die Arschkarte in der Deluxe-Version.
Die fetten Jahre sind vorbei und das gesellschaftliche Vermögen ist rüde geplündert worden.
Die Generationen und politisch, wie gesellschaftlichen Verantwortlichen der Vergangenheit (also bis gestern), sind gut im Versprechen und Vorbereiten, aber bekommen eigentlich so richtig nix gebacken.
Der Verlust der hier angesprochenen Freiräume ist nicht nur schmerzhaft und ärgerlich, er ist in den meisten Fällen auch irreparabel, denn die Flächen und Optionen sind begrenzt.
Als OB werde ich diese Dysbalance korrigieren und die Gestaltung des öffentlichen Raums maßgeblich auf die Belange der Jugendlichen ausrichten.
Als Jugendliche habt Ihr auch viel länger was davon!
- Viele Jugendliche wünschen sich, dass der Jugendclub Ribbeckeck in Bornstedt endlich saniert wird – und zwar so, wie sich dies die Kinder und Jugendlichen schon 2022 in einem Beteiligungsverfahren gewünscht haben. Wann setzen Sie als OB die Sanierung um?
Als Stadtverordnete hatte ich schon einen Änderungsantrag, den Jugendclub Ribbeckstraße abzureißen und einfach neu zu bauen.
Ich empfinde den Fall als im hohen Maße würdelos und beispielhaft dafür, wie die Belange der Jugendlichen systematisch hintenangestellt werden.
Als OB sorge ich für einen schnellstmöglichen, zeitgemäßen und zukunftssicheren Jugendclub. Dafür werde ich einen großen Teil meiner Oberbürgermeisterbezüge zusätzlich spenden.
- Viele Jugendliche wünschen sich, dass der Nuthepark zu einem vielfältig ausgestatteten und jugendgerechten Treffpunkt in der Potsdamer Innenstadt wird – so, wie sie es in mehreren Beteiligungsverfahren seit 2022 erarbeitet haben. Wie werden Sie sich als OB dafür einsetzen, dass dieser Jugendort genauso entstehen kann?
Ich finde es verkehrt, die Belange der Jugendliche auf nur wenige Treffpunkte in der Stadt zu reduzieren.
In meinem zukünftigen Potsdam gibt es in der gesamten Stadt offene und jugendgerechte Orte, an denen man sich treffen und verweilen kann.
Zusätzlich werde ich stadtweit Bubbletea-Automaten aufstellen lassen.
- Viele Jugendliche wünschen sich seit Langem ein Ende der nächtlichen Schließzeiten im Babelsberger Park. Werden Sie sich als OB konkret für die Öffnung des Parks und gegen die derzeitigen Zugangsbeschränkungen einsetzen?
Die strikte und weitgehend historische Betrachtung der Potsdamer Parks ist nicht mehr zeitgemäß.
Ich setze mich dafür ein, dass die Öffnungszeiten den Wünschen aller Nutzergruppen nahekommen. Da dies auch für die Pflanzen und Tiere gilt, sind Schließzeiten nicht zu vermeiden.
Allerdings würde ich eine historische kostümierte Park-Nachtwache gründen, damit die Nutzung im Dunkel möglich wird.
2. Thema Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit, Bürger- und Nachbarschaftshäuser, Kultureinrichtungen und sozialer Einrichtungen in Potsdam
Zentrale soziale und kulturelle Bereiche waren 2024/2025 durch die sogenannte ‚Potenzialliste‘ und damit verbundene Kürzungspläne stark bedroht. Das Bündnis “potenzialFUERpotsdam” musste gegründet werden, um massive Kürzungen zu verhindern und die sowieso nur ansatzweise ausreichende Grundsicherung dieser Einrichtungen zu sichern.
- Wie werden Sie konkret dafür sorgen, dass diese Kürzungen dauerhaft vom Tisch sind – oder müssen die Träger mit ihnen als OB ab 2026 erneut um ihre Existenz bangen?
Die Träger stehen dauerhaft im Wettbewerb mit den beschränkten Finanzen der Stadt. Auch die Frage der Wirkmächtigkeit und Qualitätssicherung muss gestellt werden dürfen, weil in einer Stadt alle miteinander auskommen müssen.
Da die Kinder- und Jugendarbeit aber eine extrem wichtige Funktion in der Gesellschaft darstellt, muss sich das auch in der Sicherung der Finanzierung (vor allem der Planbarkeit) widerspiegeln.
3. Thema Schule und Bildung
Die Koordination der Schulen liegt in der Verantwortung des Landes Brandenburg. Doch auch, wenn ein*e OB keine direkten Befugnisse hat, gibt es strategische Möglichkeiten sich für bessere Verhältnisse in Potsdamer Schulen einzusetzen und bspw. gegen die geplanten Streichungen von Lehrkräften in den kommenden Schuljahren vorzugehen.
- Planen Sie das Thema Bildung zur Chef*innen Sache zu machen und Potsdamer Schulen zu modernen und inklusiven Lebensorten zu machen? Wenn ja, wie werden sie vorgehen?
Sehr ärgerliches Thema! Ich bin seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Belange der Kinder- und Jugendlichen unterwegs und über mache Sachen regelrecht fassungslos.
Die Schulen müssen in der Lage sein, die umfassende Bildung der Kinder- und Jugendlichen, ohne (auch technischen) Störungen und Atemgifte in Toiletten, vermitteln zu können. Inklusion ist selbstverständlich!
4. Schulsozialarbeit (Frage vom Kreischüler*innenrat Potsdam)
Die Sozialarbeit an Schulen wurde in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut, ist aber durch Einzelfallhilfen stark überlastet. Eigentlich vorgesehene Gruppenangebote für das Soziale Lernen sind so kaum umsetzbar.
- Wie werden Sie die Schulsozialarbeit in Potsdam stärken und Projekte zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls an Schulen unterstützen?
Aus eigenem Erleben gibt es bei der Schulsozialarbeit bisweilen dringenden Verbesserungsbedarf.
Die Schulen müssen eine friedliche, sorgenfreie und fördernde Umgebung bieten.
Das wird ein gutes Stück Arbeit, die Möglichkeiten der Stadt, mit den Verpflichtungen des Landes zu kombinieren, um dieses Ziel zu erreichen.
Aber das ist wichtig!
5. Thema Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
Insbesondere Schüler*innen, Auszubildende und Studierende sind auf einen bezahlbaren und verlässlichen öffentlichen Nahverkehr angewiesen, um selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. In Berlin fahren Schüler*innen bereits kostenfrei mit Bus und Bahn.
- Wie werden Sie als OB dafür sorgen, dass junge Menschen in Potsdam langfristig Zugang zu einem möglichst kostenfreien, verlässlichen ÖPNV erhalten? Werden Sie sich für ein vergleichbares Modell wie in Berlin einsetzen?
Mein Ziel ist es, die ÖPNV grundsätzlich kostenfrei anzubieten!
Ich könnte mit den jungen Menschen anfangen, wenn die Ihre Eltern dazu bringen mich zu wählen.
6. Thema Bezahlbarer Wohnraum
Bezahlbarer Wohnraum ist in Potsdam kaum noch zu finden – besonders für Studierende, Auszubildende und Berufseinsteiger*innen. Die Mieten steigen, während das Angebot an kleinen und günstigen Wohnungen stagniert oder verschwindet. „Wohnen ist so existenziell wie Essen, Trinken, soziale Kontakte oder Bildung. […] Laut einer Bürgerumfrage von 2023 zählen hohe Mieten und der Mangel an bezahlbaren Wohnungen zu den drängendsten Problemen […]“, heißt es in EINSVIER – Wohnen und Leben in Potsdam, dem Magazin der ProPotsdam (Ausgabe 01/2025, S. 8).
- Was werden Sie konkret tun, um mehr bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen in Potsdam zu schaffen? Und wie wollen Sie sicherstellen, dass neue Wohnprojekte auch tatsächlich sozial, bedarfsgerecht und dauerhaft bezahlbar umgesetzt werden?
Bezahlbarer Wohnraum ist ein Reiz- und Krisenthema!
Der betreffende Markt ist in Teilen entglitten und auf Jahre wird es hohe Mieten geben.
Allerdings kann die Stadt das in bestimmten Bereichen beeinflussen, das werde ich machen.
Zusätzlich müssen sich aber auch alternative Wohnformen und -strukturen entwickeln, um den Markt zu entlasten. Wohnen ist ein Menschenrecht und muss gewahrt bleiben.
7. Psychische Gesundheit
Psychische Belastungen haben für junge Menschen im Vergleich zum Zeitraum vor der Corona-Epidemie deutlich zugenommen. Zum Beispiel denken 58% der Jugendlichen regelmäßig über Stress, Erschöpfung oder Überforderung nach (Shell-Jugendstudie 2024).
- Wie werden Sie als OB die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Potsdam gezielt stärken? Wie werden Sie Aufklärungsangebote, Gesprächs- und Unterstützungsangebote und Präventionsprogramme an Schulen und in Jugendfreizeiteinrichtungen fördern?
Corona war großer Mist!
Die Überbelastung, der die jungen Menschen hierbei ausgesetzt waren, ist nicht wieder gut zu machen.
Für deren weiteres Leben hingegen, müssen die ganzen hemmenden und einschränkenden Hindernisse, das Ringen mit unnötigen Verwaltungsprozessen oder Bürokratie verhindert werden.
8. Rassismus und Diskriminierung
Rechtsextreme Ideologien und diskriminierende Einstellungen erreichen Jugendliche zunehmend über Social Media, aber auch direkt im schulischen und öffentlichen Umfeld. Vorfälle wie Hakenkreuz-Schmierereien, rassistische und antisemitische Beleidigungen oder neonazistische Propaganda vor Schulen häufen sich auch in Potsdam. Diese Entwicklungen verunsichern viele junge Menschen, Lehrkräfte und Familien.
- Wie werden Sie sich als OB konkret gegen Rassismus, Diskriminierung und rechte Übergriffe in Potsdam einsetzen – insbesondere dort, wo junge Menschen betroffen sind? Welche Maßnahmen planen Sie, um Schutzräume, politische Bildung und sichere Freizeitorte zu stärken?
Bei Rassismus, Extremismus und Diskriminierung kenn ich keinen Spaß!
Das verachte ich zutiefst und halte mit Macht dagegen. Immer!
Politische Bildung ist eine Sache, Wahrhaftigkeit und demokratische Gleichheit eine weitere. Ich sehe meine Aufgabe nicht in der Errichtung von Schutzräumen. Das ist Aufgabe der Zivilgesellschaft.
Ich werde sehr genau darauf achten, dass die Verwaltung, die mir dann untersteht (wenn Sie alle die richtige Wahl treffen. Siehe oben!), jede Form der Diskriminierung, Ungleichbehandlung oder Beleidigung schnell und hart bestraft.
Die Sicherung von öffentlichen Orten, soweit in der Verantwortung der Stadt, wird so organisiert, dass Aggressoren keine Chance haben.
- Wie werden Sie als OB mit der AfD umgehen, z.B. in der Stadtverordnetenversammlung, anderen Gremien und auf Wahlveranstaltungen?
Die FCKAfD ist, solange sie durch demokratische Wahlen legitimiert ist, Teil des kommunalpolitischen Alltags sein. Daran kann ich, als OB nichts ändern!
Aber in der Auseinandersetzung konnte sich die FCKAfD bisher immer bequem in der Opferrolle einrichten.
Das wird sich mit mir ändern. Ich werde sie in der täglichen Arbeit und Diskussion jagen!
9. Das wollen Sie verändern
Ihr Vorgänger wurde für die Art kritisiert, wie er die Verwaltung und die Stadt geführt hat.
- Was werden Sie anders machen?
Ich bin Kommunikationsberater und in meiner Partei der PARTEI-Demagoge.
Meine Geschäftsgeheimnisse werde ich vorab nicht verraten!
- Warum sollten junge Menschen Sie wählen?
Wenn junge Menschen sich über das Informieren, was ich seit Jahren mache, bleibt eigentlich keine andere Wahl!
10. Abschluss / Zusatzfrage für extra Sternchen
Um den Potsdamer Kindern und Jugendlichen einen besseren Eindruck von Ihnen zu vermitteln:
- Wie waren Sie als Jugendliche*r?
Ich war gegen Ungerechtigkeiten und habe mich für meine Freunde eingesetzt und deren Freunde.
- Welche Erfahrung, Begebenheit oder Situation hat Sie besonders geprägt?
Als politisch aktiver Jugendlicher, habe ich ab Mitte der 80iger Jahre gegen Unterdrückung, Verfolgung und Diskriminierung in der ehemaligen DDR gekämpft.
Die Fragen stellte:
Stadtjugendring Potsdam e.V.
Schulstraße 9
14482 Potsdam
Homepage: https://dein-erstes-mal-waehlen.de/ob-wahl-potsdam-2025/