Fragen zur OB Wahl
Die Benkertstraße 1 mit der Kneipe LaLeander und einem Wohnprojekt ist ein wesentliches Zentrum des queeren Lebens in Potsdam. Diese für ein tolerantes Potsdam wichtigen Einrichtungen sind aufgrund der Pläne des Besitzers, das Gebäude zu veräußern, in ihrer Existenz bedroht.
Hiermit möchte ich im Namen des Regenbogen Potsdam e.V. Ihre Antworten zu folgenden Fragen erbitten:
1) Welche Maßnahmen planen Sie als Oberbürgermeister:in, um diese wesentlichen Einrichtungen zu erhalten?
Ich möchte, dass das LaLeander zukünftig eine öffentliche Kneipe/Café im Rathaus Edisonallee betreibt und so viel näher an den kommunalen Volksvertretenden dran ist.
Für queere Wohnformen muss es ja wohl mehr, als nur dieses explizite Wohnprojekt Platz in der Stadt geben.
Allein die langen Fahrzeiten in die ländlichen Bereiche der Stadt legen ja nah, dass es eine Mehrzahl von queeren Wohnformen und Gemeinschaftsorten geben muss.
2) Würden Sie einen Erwerb des Gebäudes durch die Stadt Potsdam vorantreiben, um den Status quo zu sichern?
Nein! Das Gebäude ist doch schon sehr alt, zudem scheint es mir auch offensichtlich, dass die Thematik der Barrierefreiheit nicht ausreichend berücksichtigt ist.
Ich würde einen Umzug in ein schönes neues Gebäude anstoßen. Vielleicht am Alten Markt?!
3) Der mögliche Wegfall der Wohnungen führt dazu, dass vulnerable Jugendliche und junge Erwachsene ihre Bleibe verlieren. Welche konkreten Maßnahmen würden sie ergreifen, um diese Menschen zu unterstützen? Wie stehen Sie Plänen gegenüber, als Stadt geeignete Wohnplätze für junge queere Personen in besonderen Lebensumständen vorzuhalten?
Sie sprechen es an: Es braucht ausreichend geeignete Wohnplätze für junge queere Personen in besonderen Lebensumständen!
Diese zu schaffen ist Aufgabe der Stadtgesellschaft. Das unterstütze ich ausdrücklich.
Genauso ist es Aufgabe, jungen queeren Menschen in der Stadtgesellschaft zu zeigen, dass sie anerkannte junge Menschen in der Stadtgesellschaft sind. Ohne wenn und aber!
Unabhängig von der Benkertstr. 1:
Letztes Jahr gab es erstmals ein Queerbudget im Rahmen der so genannten Bürgerbudgets.
4) Planen und versprechen Sie, dieses in Zukunft ebenfalls aufzusetzen?
Dem Format Burgerbudget stehe ich nicht unkritisch gegenüber!
In meiner Auffassung ist es Aufgabe der Verwaltung, die Bedarfe der Bürgerinnen, der Bürgern und Allen dazwischen und außerhalb zu erkennen, vorzubereiten und zu ermöglichen.
Hier etwas auszugliedern und different zu benennen ist m.E. falsch.
Der städtische Haushalt sollte nicht aus separaten Budgets bestehen, sondern alle vereinen.
Stellen Sie sich doch mal vor, das irgenwann jemand auch eine „Alte weiße Männer Budget“ fordert und dann noch immer genügend davon da sind!?!?!?
Ihre Antworten und die Ihrer Mitbewerber:innen werden wir sammeln und unter den Mitgliedern des Regenbogen Potsdam e.V. teilen.
Wir planen dazu ebenfalls eine Pressemitteilung und die Veröffentlichung Ihrer Antworten über unsere Kanäle, um Wähler:innen in ihrer Meinungsbildung zu unterstützen. Mit der Übermittlung Ihrer Antworten stimmen Sie der Veröffentlichung zu.
Haben Sie Rückfragen, dann fragen Sie mich jederzeit!
Warum haben Sie mich eigentlich nicht auf eine Plausch-Brause ins LaLeander eingeladen!
Die Fragen stellte:
Regenbogen Potsdam e.V.
www.regenbogen-potsdam.de